STÄDTEREISEN / NR. 0159
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PALAIS GRAND-DUCAL

Lage

Das Palais grand-ducal, Stadtresidenz der großherzoglichen Familie, befindet sich nahe dem Zentrum und dem Place Guillaume II, mitten im Altstadtviertel an der Rue du Marché-aux-Herbes.

Öffnungszeiten, Eintrittspreise

16. Juli - 2. September,
täglich außer Mi.
Mo. - Fr. (außer Mi.),
14.30 und 17.00
Erwachsene 6,- Euro;
Kinder 3,- Euro

Der großherzogliche Palast in Luxemburg ist als Wahrzeichen der Stadt in vielfacher Hinsicht interessant: Für die Luxemburger selbst symbolisiert er das Gefühl ihrer nationalen Unabhängigkeit; für die Historiker stellt er ein Element der Kontinuität in der Ausübung der administrativen Gewalt einer Stadt oder sogar eines Landes im Verlaufe der Jahrhunderte dar. Und für Kunst- bzw. Architekturliebhaber spiegelt er mit seiner Fassade den Einfluss des spanisch-maurischen Stils in dieser Region wider.

Geschichte des Palais

Ursprünglich diente das "Palais grand-ducal" als städtisches Rathaus und musste schon in den ersten Jahrhunderten einiges überstehen: Eroberung der Stadt durch die Burgunder im Jahre 1443, einen verheerenden Brand 1554, eine teilweise Zerstörung durch die Truppen Ludwigs XIV. im Jahr 1683 und die französische Herrschaft von 1795 bis 1814; auch Napoleon I. wohnte hier.

Ab 1815 war das Palais Sitz der Regierungskommission sowie der nachfolgenden Regierungen und diente dem König und Großherzog Wilhelm II. sowie Wilhelm III. als Wohnsitz bei ihren sporadischen Besuchen in Luxemburg. 1867 führten Umwälzungen und die Entmilitarisierung Luxemburgs zum Abzug der preußischen Garnison. Die Herrichtung des Palais für die ausschließliche Nutzung durch den Monarchen fiel mit der Übernahme der Krone durch das Haus Nassau-Weilburg im Jahre 1890 zusammen. Großherzog Adolf beauftragte den Brüsseler Architekten Bordiau und den Staatsarchitekten Charles Arendt mit umfangreichen Arbeiten. Unter anderem wurden die bestehenden Räumlichkeiten völlig umgestaltet und ein neuer Flügel im Hof errichtet. Nach vier Jahren war dann der Umbau zum großherzoglichen Palast vollendet.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Palais unter der deutschen Herrschaft in eine Taverne umgestaltet. Die umfangreichen, wertvollen Gemälde- und Porzellansammlungen wurden aufgelöst, jedoch glücklicherweise später wieder gefunden. Gleich nach der Befreiung wurde das Palais restauriert und war nun wieder politischer Mittelpunkt des Großherzogtums. Jedes Jahr am 23. Juni strömt das Volk anlässlich des luxemburgischen Nationalfeiertages zum Palast, um dem Monarchen zuzujubeln.

Von 1964 bis heute wurden regelmäßig Renovierungsarbeiten durchgeführt, um den Ansprüchen der Ästhetik und des modernen Komforts gerecht zu werden. Im Zuge dieser Arbeiten sollten unter anderem zahlreiche Wohneinheiten (Salon, Schlafzimmer, Bad) für die Unterbringung ausländischer Gäste, vor allem bei Staatsbesuchen, hergerichtet werden. Die letzte, sehr umfangreiche Renovierung im Innen- wie Außenbereich begann Ende 1991 und dauerte bis 1996.

Funktion des Palais

Im Palais leistet der Monarch, der Großherzog, seine tägliche Arbeit. Mehrmals in der Woche kommt er mit seinen Mitarbeitern zusammen, die ihm über die laufenden Amtsgeschäfte Bericht erstatten. Er empfängt Persönlichkeiten, unterzeichnet Gesetze und Erlasse, prüft Gnadengesuche, liest Berichte, Anträge sowie Schreiben der nationalen und internationalen Presse.

Im Palais finden auch Akkreditierungszeremonien und Abschiedsaudienzen der beim Staatsoberhaupt akkreditierten Botschafter statt. Der großherzogliche Palast bildet ferner bei offiziellen Besuchen den Rahmen für internationale Zusammenkünfte. Außerdem sind in dem Palais Besucher untergebracht, dadurch kommt ihm bei den verschiedensten Zeremonien eine zentrale Bedeutung zu.

Im Festsaal der ersten Etage finden offizielle Empfänge statt. Im Königssaal auf derselben Etage werden die in Luxemburg akkreditierten Botschafter empfangen. Hier fand unter anderem am 9. April 1953 die standesamtliche Trauung von Großherzog Jean mit Prinzessin Joséphine-Charlotte von Belgien statt. Im selben Saal wurde am 12. November 1964 die Machtübergabe vollzogen, als Ihre Königliche Hoheit Großherzogin Charlotte nach 45-jähriger Herrschaft zu Gunsten ihres Sohnes, seiner Königlichen Hoheit Großherzog Jean, abdankte.

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