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STÄDTEREISEN / NR. 0073 |
In den 70er und 80er Jahren galt Leipzig als eine der mit Umweltgiften am stärksten belasteten Großstädte Europas. Flüsse und Seen waren biologisch fast tot. Zu Zeiten der Wende, mit eingeleitet durch die Montagsdemonstrationen in Leipzig, wurde die Altindustrie still gelegt und Kraftwerke modernisiert. Dadurch gesundete die Tier- und Pflanzenwelt sehr schnell, auch die Flüsse regenerierten. Heute gehört Leipzig mit einem Grünflächenanteil von 50 Prozent und einem Waldanteil von 7 Prozent zu den grünsten Städten Deutschlands und ist mit einer halben Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt Sachsens.
Nach der Wende hat sich einiges getan in Leipzig. Viele historische Gebäude wurden liebevoll restauriert, so die Thomaskirche, in der der weltberühmte Thomanerchor singt. Der Hauptbahnhof, der größte Kopfbahnhof Europas, wurde vollständig modernisiert. Die "Hauptbahnhof-Promenaden" lassen das Herz eines jeden Shopping-Fans höher schlagen, auf drei Ebenen gibt es weit über 200 Geschäfte zu entdecken. Ein weiteres großes Bauprojekt ist der "City-Tunnel", der die Kopfbahnhöfe "Bayrischer Bahnhof" und "Leipzig Hauptbahnhof" miteinander verbinden wird. Das Projekt soll 2009 fertig gestellt werden. Neue Städtesymbole werden also gebaut, die alten Juwelen wurden wieder auf Hochglanz poliert - Leipzig erstrahlt in "altem, neuen Glanz" und zieht jährlich viele Städtereisende an.
Die Gründung Leipzigs geht auf das Jahr 1165 zurück, in dem Markgraf Otto der Reiche von Meißen Leipzig das Stadtrecht und das Marktprivileg erteilte. Schon bald entwickelte sich die Stadt zu einem bedeutenden Messestandort, vor allem für Buchdruck- und Handel. Durch das 1497 von Kaiser Maximilian dem Ersten ausgesprochene Messeprivileg konnte die Leipziger Messe ihre Vormachtstellung ausbauen. Sie ist die älteste Messe der Welt und hat auch heute noch internationale Bedeutung. Zu den wichtigsten Ausstellungen gehören die Buchmesse, die Automobil International und die Touristikmesse. Sie finden auf dem neuen Messegelände statt, das als modernstes Ausstellungs- und Kongresszentrum Europas gilt.
"Ich komme nach Leipzig, an den Ort, wo man die ganze Welt im Kleinen sehen kann." Dieses Zitat stammt vom deutschen Freidenker und Dichter Gotthold Ephraim Lessing. Er ist eines der vielen berühmten Kinder der Stadt, die entweder in Leipzig geboren wurden, dort wirkten oder aber starben, wie Johann Sebastian Bach. In Leipzig können Sie Kultur förmlich atmen, der Geist großer Denker, Dichter und Musiker ist auch heute noch lebendig.
Johann Wolfgang von Goethe ließ sich in Auerbachs Keller zu einer Szene aus seinem Drama "Faust I" inspirieren, in der eine Figur sagt: "Mein Leipzig lob' ich mir! Es ist ein Klein Paris und bildet seine Leute". Tatsächlich studierten an der Universität Leipzig, der zweitältesten Uni Deutschlands (anno 1409), viele prominente Studenten, die es später zu Ruhm brachten. Friedrich Nietzsche, Erich Kästner, Ferdinand de Saussure, Johann Wolfgang von Goethe sowie auch Lessing, um nur eine kleine Auswahl bekannter Namen zu nennen.
Leerer Bauch studiert bekanntlich nicht gern. Gut, dass Leipzig einige Spezialitäten zu bieten hat: "Leipziger Allerlei", ein gemischtes Gemüse, das in der Originalversion auch mit Flusskrebsen, Krebsbutter und Semmelklößchen angerichtet wurde, kennt fast jeder. Aber wissen Sie, was "Leipziger Lerchen" sind? Heutzutage ist das ein feines Gebäck, das aus Mürbeteig und Marzipanfüllung besteht. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde diese Speise allerdings tatsächlich aus Singvögeln hergestellt. Dann doch lieber eine "Leipziger Gose", oder? Das ist ein obergäriges Bier, das ursprünglich aus Goslar stammt.
Bis 2003 war der Leitspruch der Sachsenmetropole "Leipzig kommt", bevor er in "Leipziger Freiheit" geändert wurde. Nehmen Sie sich die Freiheit, nach Leipzig zu kommen - Sie werden es nicht bereuen!
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