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STÄDTEREISEN / NR. 0031 |
Markgraf Karl Wilhelm von Baden-Durlach (1679 - 1738) ist als Gründer der Fächerstadt Karlsruhe bekannt. Er ist am 18. Januar 1679 in Durlach, seiner ersten Residenz, geboren und 1738 in Karlsruhe gestorben. Er gehört der evangelischen Linie des Hauses Baden an, welches er der politischen Stabilität wegen wiedervereinigen wollte.
Der Markgraf war eine genussfreudige Natur - Frauen, außer seiner Gemahlin, die er in Durlach zurückließ, war er über alle Maßen zugewandt... Seine spätere Residenz sollte zuerst als Lusthaus fungieren. Aber er war auch ein kultivierter und gebildeter Mann, der vor allem bestrebt war, seinem Land Frieden zu bringen. Karl Wilhelm musste erleben, wie seine Geburtsstadt Durlach in einem der unzähligen Kriege der Zeit von den Franzosen zerstört wurde, weshalb er nichts Dauerhaftes errichten wollte. 1714 beendete der Markgraf also den Krieg, den er gerade führte und schloss einen Vertrag, in dem vereinbart wurde, dass die beiden badischen Markgrafschaften Baden-Baden und Baden-Durlach sich vereinigen, falls eine der Linien aussterben sollte. Das erklärt unter anderem, warum er sein neues Schloss an der Grenze zur Markgrafschaft Baden-Baden gebaut hat. 1771 sollte Baden wieder vereint sein.
Wie der Name der Stadt nahe legt, sollte Karlsruhe vor allem ein Ort der Ruhe und Entspannung sein. Am Anfang hatte Karl Wilhelm nicht einmal vor, sein Schloss aus Stein erbauen zu lassen, sondern aus Holz. Da er schon einmal sein Schloss brennen sah, wollte er auf diese Weise eventuelle Schäden begrenzen. Die Kriegsgefahr in der Region war immer noch groß - dennoch ließ er die Außenmauern des Schlosses aus Stein errichten. Außerdem wollte der Markgraf sein Werk noch zu Lebzeiten beendet sehen. Als ihm der Mangel an Komfort seiner Residenz vorgeworfen wurde, antwortete er, er lebe lieber schlecht, aber ohne Schulden, als verschuldet in einem prächtigen Palast. Er war schließlich Markgraf eines kleinen Landes und baute dem entsprechend seine Residenz. Das erklärt aber nicht, warum er sich dann doch entschied, eine Stadt zu gründen. Um das Leben angenehmer zu gestalten, entschloss er sich, Bewohner für seine Stadt anzuwerben. Dass dies nach Erlassung der Steuern ein großer Erfolg war, wissen Sie ja bereits.
Die ersten Bewohner waren Preußen, Polen, Sachsen, Bayern, Elsässer, Schwaben und, nicht zu vergessen, selbstverständlich Menschen aus der näheren Umgebung. Durch diese Bevölkerungsmischung gab es einen neuen Dialekt, das "Brigandedeutsch". 1717 übersiedelten die Beamten von Durlach nach Karlsruhe, das immer größer wurde. Sehr schnell wird der Grundriss der Fächerstadt geboren, der Karlsruhe berühmt machen sollte. Die Symbolik dieses Grundrisses ist leicht zu durchschauen: die Straßen gehen wie Sonnenstrahlen vom Schloss Karl Wilhelms aus in die Stadt. Nach dem Vorbild des französischen Königs Ludwig XIV, der sich als "Sonnenkönig" verherrlichen ließ, idealisierte der Markgraf seine Residenz und somit sich selbst als Zentrum seiner Stadt wie seines Staates.
Der Schlossherr Karl Wilhelm von Baden-Durlach hat sein Werk nur kurze Zeit genießen können. Wegen eines Krieges musste er drei Jahre nach Basel umsiedeln. Am 12. Mai 1738 starb er schließlich in Karlsruhe an einem Gehirnschlag.
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