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STÄDTEREISEN / NR. 0031 |
Friedrich Weinbrenner ist einer der großen deutschen Architekten und auch einer der großen Söhne Karlsruhes. Noch heute prägen seine Bauten das Bild der Stadt, vornehmlich um den Marktplatz. Auch andere, fast schon vergessene Gebäude sind sein Werk. Sie sind auch ein Wegweiser durch einen wichtigen Abschnitt der Geschichte Karlsruhes.

Weinbrenner wurde am 24. 11. 1766 in Karlsruhe geboren. Im väterlichen Betrieb erlernte er das Handwerk des Zimmermanns. Doch bald entdeckte er seine Neigung zur Baukunst. Er besuchte das Gymnasium und war danach einige Zeit in der Schweiz als angehender Baumeister tätig. Lehr- und Wanderjahre folgten: Über Wien, Dresden und Berlin gelangte Weinbrenner 1792 nach Rom, wo er eifrig die Gebäude und Entwurfsregeln der "Alten" studierte.
Sein lang gehegtes Ziel, in der Heimatstadt Maßgebliches im Bauen zu leisten, erfüllte sich 1797: Weinbrenner wurde Bauinspektor im fürstlichen Bauamt und trat 1801 die Nachfolge von Baudirektor Wilhelm Jeremias Müller an. Die Stelle als oberster Baubeamter Badens, als Stadtplaner, Architekt und Lehrer, behielt er bis an sein Lebensende am 1. März 1826.
Gleich zu Beginn seiner verantwortungsvollen Tätigkeit sah sich Weinbrenner vor ungewöhnliche Aufgaben gestellt. Kaum hatte man in Ansätzen die städtebaulichen Schlüsse aus der 1771 erfolgten Vereinigung Baden-Durlachs mit der Markgrafschaft Baden-Baden gezogen, führte der Frieden von Lunéville zu einer weiteren Gebietsvergrößerung und zur Erhebung zum Kurfürstentum, 1806 sogar zum Großherzogtum. Das Land Karl Friedrichs war fast auf das Zehnfache gewachsen. Zugleich stiegen die Ansprüche an die Stadtplanung und an das Bauwesen in der Residenz. Dass das Bauamt diesen Ansprüchen voll gerecht werden konnte, bleibt das Verdienst Weinbrenners. Neben Leo von Klenze und Karl Friedrich Schinkel ist er der namhafteste Vertreter des klassizistischen Baustils in Deutschland.
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