BERGE, WÄLDER / NR. 0332
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DER BROCKEN UND SEINE GESCHICHTE

Der Brocken wird auch Blocksberg genannt und ist von vielen Sagen umwoben. Eine davon ist die berühmte Walpurgisnacht. In Goethes Faust ist er ein Schauplatz der Handlung.

Zu den vielen Sagen trugen vielleicht bei, dass seine Spitze zirka 300 Tage im Jahr im Nebel liegt, seltene optische Effekte (Halos) zu beobachten sind und vor allem aber das Brockengespenst, welches den Besteigern Schrecken einjagt. Beschrieben wurde dieses Phänomen durch Goethe, der zweimal den Brocken bestieg.

1572: Die erste Besteigung des Brockens. Der Nordhäuser Arzt Johannes Thal beschreibt in seinem Buch erstmalig die Flora des Brocken.

1736: Graf Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode, zu dessen Herrschaftsgebiet der Brocken gehörte, lässt auf dem Gipfel das so genannte Wolkenhäuschen und auf der nach seinem Sohn benannten Heinrichshöhe ein Unterkunftshaus zum Schutz der Brockenreisenden erbauen.

1800: Das erste Gasthaus unmittelbar auf der Brockenkuppe wird gebaut.

1850: Eine Höhenvermessung des Brocken durch den preußischen Generalstab ergibt die auch heute noch gültige Höhe von 1.141 Meter. Professor Albert Peter richtet im gleichen Jahr auf dem Berg den ersten deutschen Alpengarten auf 4.600 Quadratmeter ein, der vom Fürstenhaus Stolberg-Wernigerode als Eigentümer kostenlos zur Verfügung gestellt wird.

1895: Bau der ersten Wetterwarte auf dem Brocken.

1899: Die Schmalspur-Eisenbahnlinie der Brockenbahn wird am 27. März eröffnet. Der Brockenbahnhof ist heute mit 1.125 Meter der höchste Schmalspur-Bahnhof (1.000 Milimeter Spurweite) in Deutschland.

1935: erste Fernsehübertragung vom Brocken mit einem mobilen Sender. Im Jahr darauf wird der erste Fernsehturm der Welt auf dem Berg erbaut.

1937: Der Brocken wird zusammen mit Wurmberg, Achtermann und Acker-Bruchberg-Grad zum Naturschutzgebiet Oberharz erklärt.

1939: Die heutige Wetterwarte nimmt ihren Betrieb auf.

1945: Besetzung des Brockens durch Truppen der USA.

1948: Teilfläche des Brockens ist wieder für Touristen zugänglich, allerdings mit Passierschein. Die Vergabe von Passierscheinen wird großzügig gehandhabt.

1961: Der Brocken, der im unmittelbaren Grenzgebiet der DDR zur BRD lag, wird zum militärischen Sperrgebiet erklärt und ist somit für die Bevölkerung nicht mehr zugänglich. Der Gipfel wird stark militärisch ausgebaut. Der Brocken wird umfangreich für Überwachungs- und Spionagezwecke genutzt.

1990: Schrittweiser Abbau der Grenzsicherungsanlagen sowie der militärischen Anlagen.

1994: Der letzte russische Soldat verlässt den Brocken am 30. März.

Die Brockenkuppe wurde mit Millionenaufwendungen renaturiert. Sie ist vor allem ein beliebtes touristisches Ziel für Harzbesucher.

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