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BERGE, WÄLDER / NR. 0392 |
Die Sächsische Schweiz ist der deutsche Teil des Elbsandsteingebirges und liegt flussaufwärts von Dresden beiderseits der Elbe.
Der Name Sächsische Schweiz entstand im 18. Jahrhundert und soll dabei auf die beiden Schweizer Künstler Adrian Zingg und Anton Graff zurückgehen, die sich von der Landschaft an ihre Heimat erinnert gefühlt haben könnten. Auf tschechischer Seite wird das Elbsandsteingebirge auch Böhmische Schweiz genannt. Östlich geht die Sächsische Schweiz in das Lausitzer Bergland und westlich ins Erzgebirge über.
1990 wurde, noch vor der deutschen Einheit, der Nationalpark Sächsische Schweiz geschaffen, um den einzigartigen naturräumlichen Charakter des Gebirges zu schützen. Die 93 Quadratkilometer Fläche umschließt zwei getrennte Regionen: Im Westen das Gebiet zwischen den Städten Wehlen und Prossen, im Osten das Gebiet zwischen den Schrammsteinen und der deutsch-tschechischen Grenze.
Die höchste Erhebung auf deutscher Seite ist der Große Zschirnstein mit 560 Meter, auf tschechischer Seite der Hohe Schneeberg mit 726 Meter.
Geschichtliches: Im Gebiet der Sächsischen Schweiz gibt es eine Reihe von Burganlagen, welche zum Schutz der Handelswege errichtet worden waren. Erhalten geblieben davon sind die Festung Königstein und Burg Hohnstein. Von anderen Anlagen sind nur spärliche Reste geblieben, so von der Kleinen Bastei oder der Burg auf dem Falkenstein (heute Klettergipfel). Einige der Burgen wurden auch als mittelalterliche Raubnester genutzt. Ursprünglich war dieses Gebiet slawisch besiedelt und kam erst im 15. Jahrhundert in ungefähr heutigen Grenzen unter sächsischer Herrschaft.
Die touristische Erschließung begann im Wesentlichen erst im 19. Jahrhundert. Künstler der Romantik ließen sich von der wilden Schönheit der Felsen inspirieren, so der Maler Ludwig Richter oder der Komponist Carl Maria von Weber, der seine berühmte Oper "Freischütz" mit der Wolfsschluchtszene in der Nähe von Rathen ansiedelte.
Felsklettern: Die Landschaft der Sächsischen Schweiz ist geprägt durch viele Sandsteinfelsen. Dadurch hat sich das beliebte Freizeitvergnügen des Kletterns entwickelt. Geklettert wird nach den zu Beginn des 20. Jahrhunderts als weltweit erste ihrer Art entstandenen Sächsischen Regeln. Diese untersagen Hilfsmittel wie Magnesia, Klemmkeile oder Friends. Stattdessen werden Knoten- und Bandschlingen verwendet.
Seile und Ringe sind nur zur Sicherung zu verwenden. Andererseits ist es erlaubt, mittels "Bauens" mehrere Personen übereinander schwierige Stellen zu überwinden, wobei sich alle an der Baustelle beteiligten Personen an natürlichen Haltepunkten festhalten müssen oder per Sprung von einem Gipfel zu einem anderen zu gelangen. Bis auf wenige Ausnahmen ist Klettern an Massiven nicht erlaubt und generell nur an ausgewiesenen Klettergipfeln gestattet.
Boofen: Die Übernachtung in einer Felshöhle, einer sogenannten Boofe, bzw. das Freiübernachten hat eine lange Tradition in der Sächsischen Schweiz. Viele Jugendliche fahren übers Wochenende in die Sächsische Schweiz, um zu boofen. Aufgrund des Umwelt- und Naturschutzes ist das Boofen heute nur noch an zugelassenen Plätzen erlaubt.
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