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STÄDTEREISEN / NR. 0067 |
Die Speicherstadt in Hamburg ist der größte, auf Eichenpfählen gegründete Lagerhauskomplex der Welt und steht seit 1991 unter Denkmalschutz.
Zum Baubeginn der etwa 1,5 Kilometer langen Speicherstadt im Freihafen wurden ab 1883 die Häuser auf den Elbinseln Kehrwieder, Brook und Wandrahm abgerissen und ca. 20.000 Menschen mussten neue Wohnungen finden. Notwendig wurde der Bau durch den Anschluss Hamburgs an den Deutschen Zollverein im Jahre 1888. Bis zu diesem Zeitpunkt war ganz Hamburg Zollausschlussgebiet. Um den Hafenbetrieb nicht durch Zölle zu stören, wurde der Bau eines Viertels nötig, das nicht zum deutschen Zollgebiet gehörte, sondern Freihafengebiet war. Dadurch konnte der Überseehandel zollfrei abgewickelt werden - diesen besonderen Status als zollfreies Gebiet hatte die Speicherstadt bis 2004.
Die Lagerhäuser (Speicher) in neugotischer Backsteinarchitektur haben jeweils auf der einen Seite Anbindung ans Wasser (Fleet) und auf der anderen Seite an die Straße. Gelagert wurde Stückgut, vor allem Kaffee, Tee und Gewürze. In den Lagerhäusern, die meistens unbeheizt waren und Holzfußböden hatten, herrschten relativ gleichmäßige klimatische Lagerbedingungen.
Die Lagerung, eventuell auch eine Weiterverarbeitung, wurde von Quartiersleuten für die Importeure, die keine eigenen Lager unterhielten, übernommen. Die Quartiersleute waren meist auf bestimmte Güter spezialisiert und verfügten über eine hohe Sachkenntnis. Insbesondere bei Tee und Kaffee wurden Mischungen fertig konfektioniert. Zu ihren Aufgaben gehören noch heute die Qualitätsprüfung der Waren und der Versand von Proben. Infolge der Containerisierung des Überseehandels haben sich die Betriebe näher an den Containerterminals angesiedelt.
Der Bereich der Speicherstadt liegt in einem Gebiet, das bei Sturmfluten vom Elbwasser überflutet werden kann, wodurch sich das untere Stockwerk nicht zum Lagern eignet, sondern nur zur Versandvorbereitung diente.
Heute beträgt die Nutzfläche der Speicherstadt ca. 630.000 Quadratmeter und beherbergt neben zahlreichen Teppichhändlern und Agenturen immer mehr Museen und Ausstellungen.
Nachdem zunächst der Bereich Kehrwieder aus dem Freihafengebiet herausgenommen wurde, ist seit 2004 das gesamte Gebiet der Speicherstadt aus dem Freihafen herausgenommen, und somit - mit Ausnahme der zahlreichen Teppichlager - zollrechtlich Inland. Die Zollgrenze liegt jetzt kurz vor der Elbbrücke. Diese Verlagerung dient der Vorbereitung für den Aufbau der HafenCity, die auch die historische Speicherstadt umfassen wird.
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