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WELLNESS / NR. 0507 |
Franzensbad (tschechisch: Frantiskovy Lázne) liegt im westlichen Tschechien, im Zentrum des historischen Egerlandes, auf 440 Meter Höhe. Die Stadt hat rund 5.500 Einwohner.
Zusammen mit Marienbad (tschechisch: Mariánské Lázne) und Karlsbad (tschechisch: Karlovy Vary) gehört Franzensbad zum "Westböhmischen Bäderdreieck". Diese Bezeichnung ist seit mehr als einem Jahrhundert ein bekannter Begriff. Diese Region ist außergewöhnlich reich an Mineralquellen und anderen heilenden Naturschätzen.
Franzensbad besitzt eine Trockengasquelle, das schwefel- und eisenhaltige Moor und ganze 21 Wasserquellen. Diese sind natürliche Mineralwasserquellen, sogenannte kalte schwefelhaltige, alkalische Säuerlinge des böhmischen Typs. Die Durchschnittstemperatur beträgt 11 Grad, der durchschnittlicher Gehalt an Kohlendioxid 2,5 g pro Liter.
Die Quellen wirken sich positiv aus auf die Heilung von Herzleiden und Kreislaufstörungen, Erkrankungen des Bewegungsapparates und Verdauungsproblemen. Besonders bekannt sind die Erfolge bei gynäkologischen Beschwerden inklusive Störungen der Fruchtbarkeit. Ausschlaggebend hierfür ist die einzigartige Zusammensetzung des Franzensbader Mineralmoores, in dem sich hormonähnliche Stoffe befinden.
Auf diese Thematik bezieht sich auch die Tradition der Statue des kleinen Franzl (tschechisch: Frantisek). Frauen mit Kinderwunsch, die den Franzl berühren, sollen innerhalb eines Jahres schwanger werden. Belohnt wird Franzl dafür mit Blumen. Seine Statue wurde 1923 vom Bildhauer Karel Mayrel geschaffen und gilt als Fruchtbarkeitssymbol sowie als Symbol der Stadt.
Spätestens seit Anfang des 15. Jahrhunderts war die heilende Kraft der Wasser aus dem heutigen Franzensbad bekannt. Damals gehörte der Ort noch zu der sieben Kilometer entfernten Stadt Eger (tschechisch: Cheb), sein Wasser wurde daher "Egerwasser" oder "Egerer Sauerbrunn" genannt. Die Frauen aus Eger trugen es von der Quelle in die Stadt und verkauften es dort. Später wurde es auch nach Deutschland versandt, und um 1700 sollen von diesen Quellen sogar größere Heilwassermengen als von allen deutschen Quellen zusammen verwendet worden sein.
Im Jahr 1791 ließ der Stadtarzt von Eger, Dr. Bernhard Adler, einen Pavillon über die Quelle errichten und das Wasser in ein separates Becken leiten. Diese Maßnahmen stießen auf den Widerstand der Wasserfrauen aus Eger, die um ihre Rechte fürchteten. Sie rotteten sich zusammen und - bewaffnet mit Pfannen und Kochlöffeln - vernichteten sämtliche Einrichtungen. Dieser sogenannte "Eger-Frauen-Aufstand" führte dazu, dass sich Dr. Adler an den Kaiser Franz I. wandte und Gegenmaßnahmen forderte. Am 27. April 1793 wurden die Pläne der öffentlichen Bauten genehmigt und damit offiziell ein Kurort gegründet, der den Namen des Kaisers trug: Franzensbad.
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