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MADE IN GERMANY / NR. 0388 |
Am 17. September 1883 wurde Käthe Kruse als Katharina Simon in Breslau geboren. Schon früh beschloss sie, Schauspielerin zu werden. Nach ihrem Schulabschluss nahm sie Schauspielunterricht und bereits ein Jahr später bekam sie, gerade 17 Jahre alt, ihr erstes Engagement in Berlin.
In dieser Zeit lernte sie den berühmten Bildhauer Max Kruse kennen, der zur damaligen Berliner Künstlerelite gehörte. Nach kurzer Zeit waren die beiden ein Paar und 1902 kam die erste Tochter Maria zur Welt. Als das zweite Kind unterwegs war, zog die junge Mutter nach Ascona, während der Vater die meiste Zeit in Berlin verbrachte. Käthe begann zu malen.
Als sie in Ascona 1905 für ihre Tochter Mimerle aus warmem Sand, einer Kartoffel und einem Handtuch eine Puppe bastelte, hätte sie niemals mit einem so großen weltweiten Erfolg gerechnet.
Käthe Kruse (links) und ihre Tochter Hanne
Ihr ganz besonderer Charme und ihre charismatische Persönlichkeit haben einen großen Teil zu dem Erfolg beigetragen. Mit ihrem unermüdlichem Einsatz, ihrer Genauigkeit im Detail, starker Willenskraft und der wunderbaren Kombination aus Herz und Verstand hat sie den Grundstein für ein besonderes Unternehmen gelegt.
Es hatte sich bald herumgesprochen, dass die junge Frau des berühmten Bildhauers für ihre Kinder Puppen bastelte, die zudem den pädagogischen Ansprüchen der Zeit entsprachen. Anders als die steifen Porzellanpuppen bestehen die Kreationen aus der Hand von Käthe Kruse aus weichen anschmiegsamen Materialien. Außerdem sind sie viel schwerer als andere Puppen der damaligen Zeit, was Puppenmüttern stärker suggeriert, ein richtiges kleines Kind auf dem Arm zu halten.
Dass sie lebendige Kinder als Vorbild für die Puppengesichter gewählt hat, hat sicherlich sehr zu ihrer Authentizität beigetragen. Ein gutes Beispiel ist die Puppe VIII, eine getreue Kopie ihres Sohnes Friedebald im Alter von 3 Jahren.
Die couragierte Unternehmerin hat mit ihrer Philosophie: "Die Hand geht dem Herzen nach. Nur die Hand kann erzeugen, was durch die Hand wieder zum Herzen geht," den lebendigen, tiefen Kern eines jeden Herzens getroffen. "Eine Puppe muss etwas zum Liebhaben sein, - denn das ist der Sinn und Zweck einer Puppe. Doch was hat man lieb, - und was ist überhaupt Liebe? Da sind wir auf einmal von der Puppe zum allertiefsten Problem gelangt." Und wie Käthe Kruse schon damals richtig festgestellt hat: "Es gibt eben keine kleinen Dinge im Leben, überall ist's tief - man muss nur hinsehen wollen."
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