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MADE IN GERMANY / NR. 0388 |
1909 ehelichte Max Kruse seine Lebensgefährtin Käthe Simon in München, nachdem ein Sohn tot zur Welt kam. Noch im gleichen Jahr wurde die Tochter Johanna geboren. Die ganze Familie siedelte nach Berlin ins Künstlerhaus zu Max Kruse über.
Im Jahre 1922 wurde ihr 7. Kind Max geboren. Drei Jahre später entstand das Träumerchen, ein fünf Pfund schweres Baby mit locker fallenden Gliedern. Dieses Baby wurde eine Puppe, die für den Säuglingsunterricht benutzt wurde. Bei allen ihren Entwicklungen hielt Käthe Kruse jedoch immer an einem Grundsatz fest: " Die Hand geht nach, nur die Hand kann erzeugen, was durch die Hand wieder zum Herzen geht."
Im April 1950 erhielt Käthe Kruse den Ratschlag, ihren Heimatort sofort zu verlassen, um einer Verhaftung zu entgehen. Sie flüchtete unter Zurücklassung ihrer gesamten Habe und der Betriebseinrichtung. Einige treue Mitarbeiter begleiteten sie.
Nun wurde unter der Leitung von Dr. Michael Kruse und Käthe Kruses jüngstem Sohn Max in Donauwörth gearbeitet. Anfang 1952 ging Dr. Michael Kruse als Physiker nach Pretoria in Südafrika. Seine Nachfolge als technischer Leitung trat der Schwiegersohn Heinz Adler an. Fifi schied aus dem Betrieb aus, da sie sich mit einer eigenen Fertigung (Fimok, jetzt Fimo) selbständig machte. 1952 übernahm Frau Hanne Adler-Kruse zunächst die künstlerische Leitung der verschiedenen Abteilungen. Käthe Kruses lebendiger Geist ließ es nicht zu, dass sie sich im fortgeschrittenen Alter zur Ruhe setzte. Sie blieb bis zu ihrem Tode 1968 aktiv im Unternehmen. Mit ihrer gesamten Kraft und Persönlichkeit, setzte sie sich für ihr Lebenswerk ein, hielt Vorträge, stand Presse, Rundfunk und Fernsehen für Interviews zur Verfügung und bewältigte eine immense geschäftliche und private Korrespondenz, die sich aufgrund ihrer Popularität zwangsläufig ergab. 1956 wurde ihr das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen.
Seit 1958 werden in Donauwörth ausschließlich Käthe Kruse-Spielpuppen hergestellt. 1958 schied Max Kruse aus der Firma aus, um sich seinen schriftlichen Arbeiten zu widmen (eines seiner bekanntesten Erscheinungen: Urmel aus dem Eis). Es übernahmen Heinz Adler mit seiner Frau Hanne Adler-Kruse die Geschäftsführung.
1967 gelang es Hanne Adler-Kruse nach langer Entwicklungszeit wieder ein entscheidender Schritt in der Modellgestaltung. Sie entdeckte eine wesentliche Marktlücke: "Spielzeug für das Baby und Kleinkind".
Da die Kinder der Familie Adler andere Berufs- und Lebenswege gewählt haben, hat sich die Familie Adler entschlossen, einen Nachfolger zu suchen. Am 1. April 1990 wurden die Käthe Kruse-Werkstätten an Stephen und Andrea Christenson und an die Familie des Fürsten zu Castell-Castell übergeben.
Wie zu Beginn ist Handarbeit auch heute noch der entscheidende Faktor. "Denn alles was von der Hand kommt ist Liebe!" Seither hat sich nur wenig geändert. Auch heute noch prägt handwerkliche Tradition die Herstellung. In kleinen Einheiten arbeiten die rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den einzelnen Puppenteilen. Alle Gesichtchen werden von Hand bemalt und die Perücken nur aus Echthaaren gefertigt. Die Kleidchen werden liebevoll in Heimarbeit genäht, gestrickt und gestickt - und wecken so Gefühle bei den stolzen Besitzern.
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