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BERGE, WÄLDER / NR. 0315 |
Davos im Schweizer Kanton Graubünden liegt auf 1.560 Metern Höhe und ist mit rund 11.000 Einwohnern die höchstgelegene Stadt Europas. Die beiden größten Ortsteile Dorf und Platz liegen im fast ebenen oberen Talabschnitt und sind durch die Bautätigkeit des 20. Jahrhunderts zu einem rund 4 Kilometer langen Siedlungsband verschmolzen.
Bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bildete die Viehzucht den Haupterwerbszweig. 1853 entdeckten Alexander Spengler und später Willem-Jan Holsboer, das wohltuende und gesundheitsfördernde Klima der erregerarmen Höhenluft, die besonders für Lungenkranke (vor allem Asthma) heilsam ist, insbesondere da in dieser Höhe keine Hausstaubmilben leben. Mit dem Bau der Eisenbahnlinie von Landquart nach Davos und deren Eröffnung 1890 wurde die Entwicklung des Ortes noch beschleunigt: Hotels, Pensionen, Sanatorien und Villen wuchsen wie Pilze aus dem Boden. Damit wurde Davos als Luftkurort weltbekannt. In der Folge begannen viele Kantone und Länder in Davos ihre eigenen Sanatorien zu bauen.
Das erste Rodelrennen wurde 1883 in Davos ausgetragen. Von der Schatzalp aus wurden auch Bobrennen durchgeführt. Der bekannte Schriftsteller Arthur Conan Doyle beschrieb in einem launigen Essay 1889 das Skilaufen in Davos und löste damit die bis heute andauernde Beliebtheit des Ortes speziell bei den Briten aus.
Im Zentrum von Davos befindet sich bis heute die größte Natureisbahn Europas. Gleich nebenan ist das Eisstadion, der Heimarena des 1921 gegründeten HC Davos. Dieser hat als Rekordmeister schon 28 Schweizer-Meister-Titel gewonnen.
1936 geriet Davos in die internationalen Schlagzeilen, als der jüdische Student David Frankfurter den 1917 aus Deutschland nach Davos übergesiedelten NSDAP-Landesgruppenleiter der Schweiz Wilhelm Gustloff erschoss. Die Nationalsozialisten antworteten mit Verbalattacken auf die Schweiz, während Frankfurter im selben Jahr in Chur zu lebenslänglicher Freiheitsstrafe verurteilt wurde (1945 begnadigt und ausgewiesen).
Davos ist heute als Wintersportzentrum beliebt und auch im Sommer ein Magnet für zahlreiche Touristen. Die Architektur ist von einem für die Region ungewöhnlichen Flachdachstil geprägt, der seine Ursprünge in der Sanatorienzeit hat. Die Stadtpromenade ist eine beliebte Einkaufsstraße.
Wer es ruhig mag, kann im Sommer im Davosersee durchaus auch baden (segeln oder surfen) oder das Davoser Kirchner-Museum mit der umfangreichen Sammlung von Werken des bedeutenden deutschen Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner besuchen.
Davos ist auch ein international bekannter Kongressort. Jährlich wiederkehrende Kongresse aus allen Bereichen der Medizin sind die unspektakuläre Seite dieser Aktivität. Mehr für Schlagzeilen und auch für Demonstrationen sorgt das Weltwirtschaftsforum (WEF). Andere Schlagzeilen berichten über den Swiss Alpine Marathon, den höchstgelegen Ultramarathon Europas.
Der berühmte deutsche Expressionist und Mitbegründer der Künstlervereinigung "Die Brücke" Ernst Ludwig Kirchner verbrachte die Jahre 1917 bis 1938 in Davos. Er wohnte zuerst auf der Stafelalp, später im Haus in den Lärchen in Davos Frauenkirch und schlussendlich bis zu seinem Freitod im Haus auf dem Wildboden. Zahlreiche Werke dieses Künstlers werden im eigens dafür gebauten und 1992 eröffneten Museum gezeigt.
(Quelle: www.wikipedia.de)
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