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BERGE, WÄLDER / NR. 0277 |
Der Rheinfall in Schaffhausen, der größte Wasserfall Europas, bietet dem Besucher ein grandioses Schauspiel. Über eine Breite von 150 m und eine Höhe von 23 m stürzen bei mittlerer Wasserführung des Rheins 700 Kubikmeter Wasser pro Sekunde über die Felsen. Vom Rheinfallbecken aus kann man die ganze Wucht der Wassermassen auf sich wirken lassen.
Lohnenswert ist eine Fahrt zum mittleren Felsen, der bestiegen werden kann, oder auf die Zürcher Seite des Falles und weiter rheinabwärts. Vom Schloss Laufen aus führt ein Fussweg vorbei an den tosenden Wassermassen zur direkt im Rheinfall stehenden Plattform "Fischetz".
Der Felsuntergrund, der viel älter ist als der Rheinfall selbst, wie auch die bedeutend jüngeren geologischen Vorgänge während des Eiszeitalters führten zur Entstehung des Rheinfalls. Durch die allgemeinen Temperatursenkungen setzten vor rund 500.000 Jahren die ersten Gletschervorstöße ins Mittelland ein und gestalteten die heutige Landschaft. Bis zum Ende der Riss-Eiszeit vor ca. 200.000 Jahren floss der Rhein von Schaffhausen westlich durch den Klettgau. Dieses frühere Flussbett wurde wieder mit Alpenschotter aufgefüllt.
Vor zirka 120.000 Jahren wurde der Fluss dann bei Schaffhausen nach Süden abgelenkt und bildete die rieuzeitliche Rheinrinne. Der Rheinlauf unterhalb des Fallbeckens heute entspricht dieser Rinne, die wieder mit Schotter aufgefüllt wurde.
Während der letzten Eiszeit, der sogenannten Würmeiszeit, wurde der Rhein dann in weitem Bogen gegen Süden abgedrängt und erreichte oberhalb des Falles sein heutiges Bett auf hartem Malmkalk (Weissjura, Oberer Jura). Beim Übergang von den harten Malmkalken zur leicht abtragbaren risszeitlichen Schotterrinne entstand so vor rund 14.000 bis 17.000 Jahren der Rheinfall in seiner heutigen Form. Die Rheinfallfelsen (Großer, besteigbarer Felsen und Seelentanzstein) bilden die Überreste der ursprünglich steil abfallenden Kalksteinflanke der einstigen Abflussrinne. Die sehr geringe bisherige erosive Überformung der Fallstrecke erklärt sich durch die geringe Schleppfracht (Flussgeschiebe) des Rheins unterhalb des Bodensees.
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