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DIE MAUER

Rio Reiser, Frontmann der "Ton Steine Scherben", sang einst: "Reißen wir die Mauern ein, die uns trennen, kommt zusammen Leute, lernt Euch kennen...". Zum Zeitpunkt der Wende schien es deshalb nur logisch, mit dem Vorschlaghammer alles niederzureißen, was für Unterdrückung und Teilung stand. "Wir sind ein Volk!" lautete der Schlachtruf, symbolisch für "Einigkeit und Recht und Freiheit". Und einig war man sich: Die Mauer musste weg! Viel ist heute nicht mehr übrig geblieben. Die Geschichte wurde geschliffen oder unkenntlich gemacht. Aus heutiger Sicht ein unsagbarer Verlust an Wissen.

Was hinterlassen die Generationen der großen Wende von 1989 nun eigentlich ihren Nachfahren? An welchen Orten können Interessierte überhaupt noch Überbleibsel aus Mauertagen finden? Wo lassen sich Erinnerungen wachrufen, ohne dass Trödelstände mit Nachbauten alter DDR-Relikte die Sicht verstellen?

Es sind die stillen Orte, die kaum jemand kennt, an denen noch Original-Mauersegmente zu finden sind. So auch in der Bernauer Straße am Nordbahnhof (Bild oben). Hier befindet sich das "Dokumentationszentrum Berliner Mauer". Sachlich, nüchtern, informativ. Es grenzt beinahe an ein Wunder, dass "Mauerspechte" nicht schon alles zerstört haben - konnte man mit den kleinen Steinbrocken doch gutes Geld verdienen.

In der Puschkinallee (Treptower Park), in der Kieler Straße (Bezirk Mitte) und am Potsdamer Platz stehen noch Wachtürme. Geradezu unscheinbar integrieren sie sich in ihr Umfeld. Da ist die East Side Gallery in der Mühlenstraße schon viel berühmter. Kaum jemand weiß, dass es sich bei diesen Mauerteilen lediglich um eine Installation aus inneren Mauerstücken handelt. Diverse Künstler gestalteten die Stücke farbig und frei - die wirkliche Mauer sah freudlos grau aus. Mittlerweile nicht mehr wegzudenken ist das Bild vom Bruderkuss, ein Unikat wie die Mauer (Bild unten).

Lebhaft geht es am Checkpoint Charlie zu. In der Friedrichstraße, Ecke Zimmerstraße, werden die meisten Berlin-Touristen in Bussen zum Mauermuseum chauffiert. Der angeblich noch immer so geschichtsträchtige Ort ist aber wohl eher Geschmackssache. Zwar ist hier das Berliner Mauermuseum ansässig (Bild ganz unten), aber von der eigentlichen Historie ist kaum etwas spürbar. Stattdessen verdienen Trödler mit Sowjet- und DDR-Kitsch ihr Geld. Die Kontrollbaracke der Alliierten ist nur ein seltsam anmutender Nachbau. Ein Foto mit einem als US-Soldat kostümierten Studenten kostet einen Euro.

Wer wirkliche "Geschichte" sucht, sollte die Gelegenheit wahrnehmen und zur Niederkirchner Straße, Ecke Wilhelmstraße laufen. Hier stehen echte Mauerreste und vermitteln authentischere Eindrücke. Am Boden ist der Grenzverlauf mit Steinen markiert. Um die Reste zu schützen, wurden sie von der Straße aus eingezäunt. Natürlich gibt es auch noch weitere Stationen wie den Mauerpark in der Eberswalder Straße oder das Parlament der Bäume. Doch handelt es sich dabei um keine Originalschauplätze, sondern um "Gedenkaufbauten" mit inneren Mauersegmenten, die ursprünglich mit ihrer Front in die DDR zeigten.

"Die Mauer wird in 50 und auch in 100 Jahren noch bestehen bleiben", behauptete Erich Honecker - im Januar 1989. Doch der Freiheitsdrang eines unterdrückten, ausspionierten Volkes war größer.

Fotos: visitBerlin, Wolfgang Scholvien

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