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STÄDTEREISEN / NR. 0045 |
Auf dem Potsdamer Platz, S-Bahnhof Unter den Linden und Potsdamer Platz, U-Bahnhof Potsdamer Platz, U 2
| Stelenfeld: | täglich 24 Stunden |
| Ort der Information: | April bis Sept. 10.00 - 20.00 (letzter Einlass 19.15, montags geschlossen) Okt. bis März 10.00 - 19.00 (letzter Einlass 18.15, montags geschlossen) |
| Eintritt: | frei |

Das vieldiskutierte und im Sommer 2005 fertig gestellte Mahnmal besteht aus 2.700 Betonpfeilern (Stelen), die in einem Raster angeordnet sind. Sie sind 0,95 Meter tief und 2,38 Meter breit und unterscheiden sich nur in der Höhe voneinander. Die Stelen stehen auf einem sanft, aber unregelmäßig abgesenkten Gelände von ca. 19.000 Quadratmetern. Man kann von allen vier Seiten in diese vollständig begehbare Struktur eintauchen, deren wellenförmige Gestalt von jedem Standort aus anders wahrgenommen wird. Der außergewöhnliche Entwurf des international renommierten New Yorker Architekten Peter Eisenman stellt eine radikale Auseinandersetzung mit dem herkömmlichen Begriff eines Denkmals dar.
"Ausmaß und Maßstab des Holocaust machen jeden Versuch, ihn mit traditionellen Mitteln zu repräsentieren, unweigerlich zu einem aussichtslosen Unterfangen. Unser Denkmal versucht, eine neue Idee der Erinnerung zu entwickeln, die sich deutlich von Nostalgie unterscheidet. Heute können wir die Vergangenheit nur durch eine Manifestation in der Gegenwart verstehen." (Peter Eisenman, 1998)
Im Westen des Stelenfelds sind 41 Bäume (u. a. Kiefern, Linden, Geweihbäume) in lockeren Gruppen als Übergang zum Tiergarten gepflanzt. Der Boden des Stelenfelds ist mit Betonsteinen gepflastert.
Das Denkmal wird durch einen Ort der Information ergänzt, den der Architekt in der südöstlichen Ecke des Stelenfelds unterirdisch angelegt hat. Dieser über zwei Treppen und einen Fahrstuhl erreichbare Bau mit seiner beeindruckenden Architektur und eigenständigen Formensprache gibt in mehreren z. T. mit Tageslicht beleuchteten Räumen auf ca. 800 Quadratmetern Präsentationsfläche die notwendige Aufklärung über die zu ehrenden Opfer und die authentischen Stätten des Gedenkens.
Eine zentrale Funktion des Orts der Information besteht darin, die abstrakte Form der Erinnerung, die das Denkmal vermittelt, durch Informationen zu den Opfern zu ergänzen. Dazu gehört zum Beispiel, dass an möglichst viele Namen von ermordeten Juden erinnert wird. Die Personalisierung von Erinnerung soll u. a. durch die Darstellung exemplarischer Lebens- und Familiengeschichten erreicht werden.
Der Ort widmet sich auch der Frage nach der Herkunft der zu ehrenden Opfer des Holocaust und versucht, die Ausdehnung des Mordens auf ganz Europa unter Einbezug anderer Opfergruppen zu dokumentieren. Gleichzeitig soll der Ort der Information als ein Portal zur lebendigen und vielfältigen Gedenkstättenlandschaft in Deutschland und Europa dienen.
(aus www.holocaust-mahnmal.de)
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