WELLNESS / NR. 0074

Das Tote Meer lebt - mitten in Deutschland!

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DAS TOTE MEER

Das Tote Meer, im Grenzgebiet zwischen Israel, dem Westjordanland und Jordanien gelegen, ist das salzhaltigste Binnengewässer am tiefsten Punkt der Erde. In den letzten 20 Jahren ist die Oberfläche des leblosen Sees um ein Drittel auf 400 Quadratkilometer geschrumpft, der Wasserspiegel ist auf 417 Meter unter das Niveau des Mittelmeeres abgesunken.

Der See erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung, ist 76 Kilometer lang und bis zu 16 Kilometer breit. Ursächlich für das Austrocknen des Toten Meeres ist in erster Linie die Ausbeutung der Zuflüsse durch Industrie und Landwirtschaft. Vor allem aus dem Jordan fließt immer weniger Süßwasser zu. Hinzu kommt die Verdunstung durch Sonneneinstrahlung.

Das Tote Meer zieht viele Touristen an. In dem Wasser, dessen Salzgehalt zehn Mal höher als der des Mittelmeers ist, hoffen Menschen mit Haut- und Gelenkerkrankungen auf Linderung ihrer Beschwerden.

Dem Toten Meer selbst geht es ziemlich schlecht. Umweltschützer geben dem einzigartigen Salzmeer am tiefsten Punkt der Erde noch 50 Jahre. Knapp einen Meter sinkt derzeit das Wasser pro Jahr. "Wenn der Wasserspiegel in diesem Tempo weiter sinkt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass am Ende nur noch ein kleiner See übrig bleibt."

Das Tote Meer bildet zum Teil die Grenze zwischen Israel und Jordanien. Während des Umweltgipfels 2002 in Johannesburg haben die oben genannten Staaten gemeinsame Pläne zur Rettung des Toten Meeres bekannt gegeben. Eine rund 300 km lange Wasserleitung soll vom Roten Meer zum Toten Meer gebaut werden. Das Wasser soll dann vom Roten ins Tote Meer gepumpt werden.

Weil das Tote Meer etliche Meter unter dem Meeresspiegel des Roten Meeres liegt, dürften die Pumpkosten nicht sehr hoch sein. Im Gegenteil, durch den Einbau von Generatoren kann sogar aus Wasserkraft Strom gewonnen werden.

Warum ist in den letzten Jahrzehnten der Wasserspiegel des Toten Meeres gesunken? Der einzige nennenswerte Wasserzufluss in das Tote Meer ist der Jordan. Dem Jordanfluss wird in den letzten Jahrzehnten viel zu viel Wasser für Bewässerungszwecke von beiden Ländern entzogen. Aufgrund dieser hohen Wasserentnahme aus dem Jordan kommt zu wenig Wasser am Toten Meer an. Dadurch sinkt der Wasserspiegel jedes Jahr um rund einen Meter. Bei der jetzigen Wasserentnahme aus dem Jordan würde das Tote Meer in 50 Jahren nur noch die Hälfte seiner momentanen Größe betragen.

Dass die Pläne zum Bau einer gemeinsamen Pipeline zur "Wiederbelebung" des Toten Meeres ausgerechnet jetzt Wirklichkeit werden sollen, wird selbst von den Experten beider Länder als "kleines Wunder" angesehen. Denn offiziell sind die Beziehungen zwischen Amman und Jerusalem wegen der Intifada eingefroren. Doch beide Seiten, die erst 1994 einen Friedensvertrag schlossen, machten immer wieder deutlich, dass sie die Kooperation in dieser für sie so wichtigen Frage ungeachtet der politischen Differenzen fortsetzen wollen.

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