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WELLNESS / NR. 0552 |

Rastlos, getrieben, von der Hofetikette zermürbt, melancholisch und zeitgleich aggressiv und trotz ihrer Magersucht von einer märchenhaften Schönheit - Österreichs Kaiserin Elisabeth (1837-1898) zählte über Jahrzehnte hinweg zu den berühmtesten Stammgästen in Bad Kissingen. Sisi, wie die Monarchin genannt wurde und wie sie dank der Filme mit Romy Schneider im Gedächtnis aller verankert ist, kam als Kranke.
In ihrem Diät-Wahn blieb nichts blieb unversucht, um kein Gramm zuviel auf die Waage zu bringen. Drei Mal täglich ließ sie ihr Gewicht kontrollieren, bei einer Körpergröße von 1,72 Meter wollte sie 50 Kilogramm Gewicht nicht überschreiten. Infolge der übertriebenen Fastenkuren traten Blutarmut und Hungerödeme bei ihr auf, die in Kissingen behandelt werden sollten. Im Frühjahr 1898, kurz vor ihrer Ermordung durch einen Anarchisten in Genf, diagnostizierte der Münchner Badearzt Dr. Felix Schlagintweit, der Sisi in Bad Brückenau nachbehandelte: "Blutarm, menschenscheu, gemütskrank."
Die traurige Kaiserin wohnte während ihrer Aufenthalte unter anderem im Hotel Carl von Hess, der heutigen Kur- und Reha-Klinik Victoria am Kurgarten oder dem damaligen Königlichen Kurhaus, dem heutigen Hotel Steigenberger. Sisi flüchtete vor der Kurgesellschaft, der sie sich nur in den ersten Jahren anschloss. Gerne ging sie spazieren auf dem Weg zum Forsthaus Klaushof, am wohlsten aber fühlte sie sich in der Einsamkeit des Altenbergs über dem Kurgebiet West. Ein Denkmal erinnert an die Kaiserin, die dort bei schöner Aussicht ihren schweren Gedanken nachhing.

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