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BERGE, WÄLDER / NR. 0208 |
| Besichtigung: | Di. - Do. 10.00 - 17.00, Fr. - So. 10.00 - 18.00 |
| Eintritt: | Erwachsene EUR 4,- Ermäßigte EUR 3,- |
Im Hardtwald eingeschlafen, habe der Markgraf von einer Stadt mit sternförmigem Grundriss geträumt, in deren Mittelpunkt sein Schloss stand: Karlsruhe. Der Bau des Schlosses ist sehr eng mit der Stadtgründung im Jahre 1715 durch Karl Wilhelm verknüpft. Einzigartig daran ist die Wahl eines unbebauten Geländes inmitten eines Waldes, welches für Schloss, Gartenanlage und Stadt genug Raum bot.

Der Bau umfasste in der Höhe zwei Stockwerke und Mansarden im Dachgeschoss. An das ost-west-orientierte Corps de Logis schlossen sich nach Süden lange Seitenflügel an. Nördlich des Corps de Logis stand frei ein siebenstöckiger, achteckiger Turm, der nur durch drei übereinander liegende, offene Holzgalerien mit dem Hauptbau verbunden war.
Mit dem Antritt der Regentschaft von Karl Friedrich beauftragte er Albert Friedrich von Keßlau, der den neuen Schlossbau in engem Einvernehmen mit seinem Lehrmeister La Guépière aus Paris konzipierte und 1770 vollendete. Auffälligste Neuerungen waren die größeren Fenster und Türöffnungen sowie vorgeschobene Pavillonbauten an den Nahtstellen zwischen Mitteltrakt und Flügeln. Der Stil der Innendekoration wandelte sich mit der Zeit vom Rokoko zum Klassizismus.
Unter Großherzog Friedrich wurden 1853 bis 1856 die Räume mit Empire-Dekoration im Stil des zweiten Rokoko der ursprünglichen Ornamentik wieder angeglichen. Der große Festraum des Schlosses war der im Zentrum zwei Stockwerke einnehmende Marmorsaal, dessen Wände Stuckmarmor überzog. Der Thronsaal fand erst 1855 seinen endgültigen Platz im Erdgeschoss des Ostflügels zum Garten hin.
Die zentrale Fläche des Schlossplatzes gewährt einen ungehinderten Blick auf das Schloss; seit 1988 belebt eine kleine Fontäne des Brunnens in der Mitte die Szene. Als Abschluss zu dieser Anlage reihen sich rechts und links mythologische Figuren von 1760 ein. Rechts und links von der flächigen Gestaltung der zentralen Achse stehen Lindenreihen. Sie schließen die eigentlichen Kleinode des Schlossplatzes ein - die Anlagen um die Najadenbrunnen (geplant von Friedrich Dyckerhoff 1814 bis 1816, ausgeführt von Alois Raufer) im englischen Stil, mit vielen seltenen Bäumen aus der ganzen Welt.
Der Schlossgarten wurde unter Karl Wilhelm durch den Kunst- und Lustgärtner Christian Thran von 1731 bis 1746 im französischen Barockstil angelegt. Besonders bemerkenswert sind die vielen seltenen Bäume, die Plastiken vom Barock bis zur Moderne sowie die Denkmäler und Brunnen aus verschiedenen Epochen.
Nach der Abdankung des Großherzogs Friedrich II. wurde das Schloss 1919 zur Unterbringung des Badischen Landesmuseums bestimmt. Diese Aufgabe erfüllt es bis heute, auch nach dem Wiederaufbau des 1944 zerstörten Palastes. Die neue Raumaufteilung erfolgte nach museumstechnischen Richtlinien.
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