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MEER, SEEN / NR. 0697 |
Banger Blick zum Himmel? Wettervorhersage? Können Sie vergessen! Wer nach Rhodos reist, hat die Sonne gleich mit gebucht. Und das an rund 300 Sonnentagen im Jahr. Da müssen die Götter die Hand im Spiel haben. Genauer gesagt: Helios. Als Zeus sich anschickte, sein Reich unter den Göttern des Olymps zu verteilen, vergaß er seinen Sohn Helios. Er bemerkte den Fehler und wollte sich erneut an die Verteilung machen. Doch Sonnengott Helios hatte eine viel bessere Idee: Er wählte selbst eine Insel, die auf seinen Reisen entdeckt hatte: Rhodos! Seither erwärmt Helios das fruchtbare Eiland mit seinen Strahlen, so der Mythos der alten Griechen.
Keine Frage also, dass die viertgrößte Insel Griechenlands ein Muss für alle Sonnenhungrigen ist. 220 Kilometer Küstenlinie sorgen für ausreichend Badeplätze, mal mit feinem Sand, mal mit Kiesel. Über zwei Millionen Urlauber pro Jahr und Saison wissen das zu schätzen. Die 125.000 Einwohner indes, jedenfalls die Erwachsenen, verweisen aber gerne und mit Nachdruck darauf, dass Rhodos noch viel mehr zu bieten hat: gut 5000 Jahre Geschichte! Der augenscheinlichste Teil stammt aus dem Mittelalter und findet sich im Hauptort selbst: die sagenhaft schöne Altstadt, umgeben von trutzigen Stadtmauern und imposanten Wallgräben. Dass dieses Kleinod zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, verwundert kaum.
Was für ein imposantes Labyrinth von kieselsteingepflasterten Gassen! Und was für ein architektonischer Mix: Ausgrabungen antiker Gemäuer, pastellfarbene Moscheen, byzantinische Kirchen, Rittergasse und Großmeisterpalast - hier wandelt man leibhaftig durch die Jahrhunderte. Und durch ein Meer von Souvenirhändlern, die von Ritterrüstungen über Ikonen bis zu Pelzmänteln eine unglaubliche Fülle an Schönem, Kuriosem und bisweilen Nutzlosem bereit halten. Feilschen gehört natürlich zum guten Ton.
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